PI02_2006
 
   
     
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Presseinformation vom 21.02.2006

 

Weltweit älteste fossile Kolibri- und Spechtvogel-Funde
an Karlsruher Museum übergeben

 

Die weltweit ältesten fossilen Belege eines Kolibris und eines Zwergspechtvogels sind heute in Rauenberg/Nordbaden den Sammlungen des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe übergeben worden. Die beiden 31 Millionen Jahre alten Vogelskelette aus dem Oligozän (Alttertiär) sind nach Mitteilung der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V., Kelkheim im Maintaunuskreis/Hessen, in der Tongrube Unterfeld nahe der nordbadischen Stadt Rauenberg und dem Wieslocher Stadtteil Frauenweiler gefunden worden und sind eine wissenschaftliche Sensation. Geborgen wurden die Fossilien durch das Ehepaar Annette und Harald Oechsler, Waghäusel, beide Mitglieder des Vereins. Oechslers führen in der Tongrube seit 20 Jahren engagiert ehrenamtliche Grabungen durch.

 

Es ist die erklärte Absicht der vereinsmäßig organisierten Fossiliensammler, dass solche Raritäten nicht nur der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht werden, sondern zudem in eine öffentliche Sammlung überführt werden – in diesem Falle des regional zuständigen Naturkundemuseums in Karlsruhe.

 

In den Meeresablagerungen der Tongrube Unterfeld sind Funde eingeschwemmter, fossiler Land-Vögel extrem selten. Werden sie jedoch einmal entdeckt, sorgen sie auch in Fachkreisen meist für große Überraschungen: Vielfach handelt sich dann nämlich um die bislang weltweit ältesten Funde von Vertretern aus der jeweiligen Vogelgruppe.

 

Die nunmehr dem Naturkundemuseum Karlsruhe überantworteten Vogelfunde sind für den Laien auf den ersten Blick nur schwer als solche zu erkennen, zumal die Skelette leicht zerfallen sind. Gerade dieser Umstand erlaubt es jedoch den Fachleuten, wichtige arttypische Einzelheiten daran zu erkennen. Damit erst wird es, so Dr. Gerald Mayr, Sektionsleiter für Ornithologie am Senckenberg-Forschungsinstitut und Museum, Frankfurt,  möglich, die Fossilien einer Vogelgruppe zuzuordnen und Unterschiede zu heute lebenden Vögeln und damit eine stammesgeschichtliche Entwicklung festzustellen.

 

Die inzwischen über 60 Mitglieder des im Juni 2004 gegründeten Vereins haben es sich vor allem zur Aufgabe gesetzt, Fossilien zu bergen und zu präparieren,
um damit die Wissenschaft zu unterstützen. Zudem werden über paläontologische Themen an den monatlichen Vereinsabenden und in Ausstellungen informiert und Exkursionen zu Fossilien-Fundstellen sowie Museen durchgeführt. Im Internet kann man sich über die Arbeitsgruppe unter www.palaeo-geo-ev.de unterrichten,
per E-Mail ist sie über die Adresse Palaeo-Geo-eV@web.de zu erreichen.