PI 1-2008
 
   
         
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Presseinformation vom 20.03.2008  
 
   
         
         
         
   

Jahresbilanz 2007 der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V.:

  • Zusammenarbeit mit der Wissenschaft intensiviert
  • vielseitige Aktivitäten


Vorstand wiedergewählt

 

“2007 hat sich als das bislang erfolgreichste Jahr unserer Arbeitsgruppe erwiesen“. Dies stellte Klaus-Dieter Weiß, der Erste Vorsitzende der im Juni 2004 gegründeten Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e. V., Kelkheim, auf der Jahresmitglieder­versammlung am gestrigen Mittwoch heraus. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, die sich der inzwischen auf 78 Mitglieder angewachsene Verein besonders auf seine Fahnen geschrieben hat, hätte intensiviert werden können. Dafür sei die Arbeit „hinter den Kulissen“ verstärkt worden: Vereinsmitglieder hätten zunehmend dabei geholfen, Fossilienbestände von Museen zu präparieren, zu bestimmen und neu zu ordnen. Zudem seien viele von Mitgliedern geborgene Versteinerungen der Wissenschaft zugeführt worden.

 

„Der Öffentlichkeit konnten wir paläontologische Themen auf mehreren Wegen nahe bringen“, so Weiß. Dies hätte die Arbeitsgruppe durch Ausstellungen, weiteren Ausbau der Bildergalerie im Internet-Auftritt des Vereins, Vorträge im „Kronberger Haus“, dem Vereinstreff in Frankfurt-Höchst, und Pressearbeit erreicht. Auch im neuen Jahr will die Arbeitsgruppe die Öffentlichkeit informieren: Ein Anfang macht  die Ausstellung „Der Taunus – eine Zeitreise durch 400 Millionen Jahre“, die am 15. April, 17 Uhr, im Kelkheimer Rathaus eröffnet wird und bis zum 18. Juni dauert. Alle Termine in 2008 sowie die Aktivitäten der letzten Jahre sind unter www.palaeo-geo-ev.de in der Rubrik „Veranstaltungen“ zu ersehen.

 

Der Erfolg der Arbeitsgruppe ist, so Weiß, auch dadurch anerkannt worden, dass sie mit dem im Dezember erstmals vergebenen Kinder- und Jugendförderpreis der Stadt Kelkheim ausgezeichnet worden war: Mit diesem Preis sollen über die „klassische“ Arbeit hinausgehende Projekte ortsansässiger Vereine für Kinder und Jugendliche gewürdigt werden.

 

Fossilien der Wissenschaft zugeführt

 

Zahlreiche Fossilfunde aus den letzten Grabungskampagnen des Vereins und Bergungen einzelner Mitglieder konnten den großen Museen zugeführt werden – so den Hessischen Landesmuseen in Darmstadt und Wiesbaden, dem Senckenberg-Museum in Frankfurt und den Staatlichen Sammlungen für Naturkunde in Karlsruhe.

 

Unter den spektakulären Funden, die 2007 der Wissenschaft überreicht wurden, waren die seit 50 Jahren für das Obere Pliozän (Jungtertiär) des Untermaingebiets bedeutendsten Funde zwei Millionen Jahre alter fossiler Pflanzen – diese waren 2005 aus der Aushubhalde einer Straßenbaustelle bei Frankfurt-Schwanheim ausgegraben worden. Nach Präparation durch Vereinsmitglieder konnten auch 290 Millionen Jahre alte Versteinerungen  aus der Baustelle der Ortsumfahrung des Dreieicher Ortsteils Götzenhain (Landkreis Offenbach, Bergung 2006) wieder übergeben werden – als für die Wissenschaft wichtige Belege für den damals von der Pfalz bis Thüringen reichenden Ablagerungsraum.

 

Mit mehreren Grabungsterminen in der Grube Messel unterstützte die Arbeitsgruppe im vergangenen Jahr zudem das Landesmuseum Darmstadt dabei, weitere Fossilien mit Schwerpunkt Fische aus den 50 Millionen Jahre alten Ölschiefer-Ablagerungen des Eozän (Alttertiär) zu gewinnen.

 

Zahlreiche Versteinerungen konnten zudem aus einer Tongrube beim nordbadischen Frauenweiler geborgen werden, die für ihre reiche Fischfauna aus den 31 Millionen Jahre alten Meeresablagerungen des Oligozän (Alttertiär) bekannt ist. Eine Mehrtages-Exkursion führte im April in das Altmühltal – dort bargen die Mitglieder Fossilien in den Solnhofener Plattenkalken (Malm Zeta, Oberster Weißer Jura).

 

Öffentlichkeit mit mehreren Ausstellungen informiert

 

Die mehrmonatigen Ausstellungen "Schönheiten der Mineralien" und "Die Saurier sind los in Kelkheim“ konnten im vergangenen Jahr im Kelkheimer Rathaus besichtigt werden. Als Sonderausstellungen für jeweils eins bis zwei Tage richtete die Arbeitsgruppe in anderen Räumlichkeiten die Themen "Fossile Schätze aus dem Hunsrück-Schiefer - 400 Millionen Jahre alte Panzerfische, Seesterne und Co." und "Botanische Schätze von Frankfurt-Schwanheim" aus. Eine Auswahl Schwanheimer Pflanzenfossilien wurde auch im „Fossilien-Forum“ gezeigt, im jährlich einmal in Kelsterbach stattfindenden Tausch- und Bestimmungstag der Arbeitsgruppe.

 

Vorstand bestätigt

 

Die Wahlen für den Vorstand ergaben keine Überraschung. Die Mitglieder sprachen für die nächsten zwei Jahre wiederum dem bisherigen Vorstand das Vertrauen aus:

 

                            

 

Auf dem Foto (von links): Beisitzer Jürgen Ulbrich, Eddersheim,  2. Vorsitzender Hubert Schöggl, Kelsterbach, 1. Vorsitzender Klaus-Dieter Weiß, Kelkheim-Fischbach, Kassenwart André Boland, Kelkheim-Fischbach und Schriftführer Thomas Gerasch, Wehrheim.