PI 2-2007
 
   
         
     

                                                                                        

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Presseinformation vom 09.03.2007

 

* 2006 „erfolgreichstes Jahr“

* Vielseitige Aktivitäten der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V.

 

“2006 ist das bislang erfolgreichste Jahr der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e. V. gewesen“.

Dies stellte Klaus-Dieter Weiß, Kelkheim, der Vorsitzende des im Juni 2004 gegründeten Vereins auf der Jahresmitgliederversammlung am Mittwoch heraus.

Mit vielfältigen Aktivitäten seien die Vereinsziele verwirklicht worden.

 

So konnten der paläontologischen Wissenschaft verstärkt Fossilien zugeführt werden.

Dies haben sich die Mitglieder, deren Zahl sich seit Ende 2005 von 60 auf 70 erhöht hat, besonders auf ihre Fahnen geschrieben. Vor allem die Übergabe der weltweit ältesten fossilen Belege eines Kolibris und eines Zwergspechtvogels im Februar an die Sammlungen des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe hatte Aufsehen erregt.

Die beiden 31 Millionen Jahre alten Vogelskelette waren vor einigen Jahren von Vereinsmitgliedern in der Tongrube Unterfeld nahe der nordbadischen Stadt Rauenberg aus den Meeresablagerungen des Oligozän (Alttertiär) geborgen worden und sind eine wissenschaftliche Sensation.

 

Spektakuläre Fossilfunde ergab eine Grabungskampagne der Mitglieder von April bis November in der Baustelle der Ortsumfahrung des Dreieicher Ortsteils Götzenhain (Landkreis Offenbach): In den 290 Millionen Jahre alten Ablagerungen eines Süßwassersees wurden über 300 Belege für Haie, Schmelzschupper-Fische und molchähnliche Saurier geborgen und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt übergeben. Dadurch konnte das reichste Material von Wirbeltieren, das bisher aus dem westdeutschen so genannten „höheren Rotliegend“ (Perm) bekannt ist, gewonnen werden. Zudem sind größere Amphibien erstmals für diese Region nachgewiesen worden.

 

Mit mehreren Grabungsterminen in der Grube Messel unterstützte die Arbeitsgruppe zudem das Landesmuseum dabei, weitere Fossilien aus den 50 Millionen Jahre alten Ölschiefer-Ablagerungen des Eozän (Alttertiär) zu gewinnen.

Eine Mehrtages-Exkursion führte im April in das Altmühltal – dort bargen die Mitglieder Fossilien in den Solnhofener Plattenkalken (Malm Zeta, Oberster Weißer Jura).

 

Über die „Geländearbeit“ hinaus konnte, so Weiß, vor allem die Information über paläontologische Themen ausgebaut werden.

Es gab vier Vorträge im „Kronberger Haus“, dem Vereinstreff in Frankfurt-Höchst.

Den Besuchern des Rathauses der Stadt Kelkheim brachten die Ausstellung rezenter und fossiler Krebse und eine Mineralienausstellung Schätze der Natur näher.

Der Internetauftritt des Vereins unter www.palaeo-geo-ev.de konnte im vergangenen Jahr erheblich erweitert werden:

In der Bildergalerie können Fotos aus immer mehr Fundstellen aufgerufen werden, auf denen Fossilien und Mitglieder bei Grabungsaktivitäten zu sehen sind.

Zudem wurde eine Rubrik „Veröffentlichungen“ eingerichtet.

 

Besonders anzuerkennen ist nach den Worten von Weiß, dass die bereits zuvor schon enge Kooperation von Wissenschaft, Museen und der Arbeitsgruppe zum gegenseitigen Nutzen weiterentwickelt werden konnte.

So kämen die Wissenschaftler zu Fossilien, die sie mit ihrer eigenen Personal- und Zeitausstattung nicht hätten bergen können – andererseits profitierten die Mitglieder von den Fachkenntnissen der Wissenschaftler, etwa hinsichtlich der Bestimmung der Funde. Zu danken habe der Verein der Stadt Kelkheim für die Möglichkeit, Ausstellungen im Rathaus durchzuführen, und Geldspendern, darunter waren auch einige Firmen, durch deren finanzielle Zuwendung die gemeinnützige Arbeit des Vereins unterstützt worden war.

 

Neuwahlen für den Vorstand stehen erst im kommenden Jahr wieder an.

Bis dahin soll mit Grabungen, Exkursionen und Vorträgen der bislang laut Weiß erfolgreiche Weg fortgesetzt werden.

Die Termine werden meist kurzfristig festgelegt und sind unter www.palaeo-geo-ev.de in der Rubrik „Veranstaltungen“ zu erfahren.